Die Geschichte unserer Schule
Unsere Schule hat eine lange Geschichte. Sie begann vor mehr als 200 Jahren. Im Laufe der Zeit änderte sich die Schule oft: Sie bekam neue Namen, zog in andere Gebäude um und unterrichtete immer mehr Kinder.
Die Anfänge
1808 gründete Madame Wippermann in Quedlinburg eine private Schule für Mädchen. Sie hieß „Private Höhere Töchterschule“. In der ersten Klasse lernten 40 Schülerinnen.
1840 wurde die Schule neu gegründet. Sie hieß nun „Höhere Töchterschule“.
1863 übernahm die Stadt Quedlinburg die Schule. Von nun an war sie eine städtische Schule.
In dieser Zeit lernten die Mädchen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch Sport, Musik, gutes Benehmen und eine starke Persönlichkeit waren wichtig. Der Unterricht fand zunächst in der Hohen Straße statt.
Die Schule wächst
1876 zogen 140 Schülerinnen in ein größeres Gebäude in der Weberstraße 6. Schon 1879 besuchten 170 Mädchen die Schule.
1894 bekam die Schule einen neuen Namen: „Höhere Mädchenschule“. Sie wurde auf neun Klassen erweitert. Zusätzlich gab es vier Vorschulklassen. Dort wurden jüngere Kinder auf die Schule vorbereitet.
1897 bis 1905 wurde das Schulgebäude zum ersten Mal erweitert. Es gab nun mehr Platz für die vielen Schülerinnen.
1908 erhielt die Schule den Namen „Lyzeum“. So wurden damals höhere Schulen für Mädchen genannt.
1909 bis 1911 wurde ein zweiter Erweiterungsbau errichtet. Die Schule wurde also immer größer.
Neue Schulformen und Abschlüsse
1918 wurden die Vorschulklassen abgeschafft.
1919 kam eine einjährige Frauenschule dazu. Außerdem wurden Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen ausgebildet.
1935 wurde eine dreijährige Abiturstufe eingeführt. Die Schule hieß nun „Oberschule für Mädchen“.
Das Abitur ist ein wichtiger Schulabschluss. Mit dem Abitur kann man später an einer Hochschule oder Universität studieren.
1938 legten die ersten Schülerinnen ihr Abitur im Fach Hauswirtschaft ab. Im selben Jahr erhielt die Schule den Namen „Elisabeth-Loeper-Schule“.
1941 machten die ersten Schülerinnen ihr Abitur in sprachlichen Fächern.
Damals waren die Klassen und Räume auf mehrere Gebäude verteilt. Das Hauptgebäude befand sich in der Weberstraße 6. Weitere Räume gab es in der Weberstraße 9, in der Kaplanei und in der Heiligengeiststraße.
Schwierige Jahre im Krieg
Der Zweite Weltkrieg machte das Schulleben sehr schwierig.
1944 mussten fast alle Schulen geschlossen werden. Nur wenige Gebäude konnten geheizt werden. Deshalb fand der Unterricht manchmal nur stundenweise statt. In einigen Klassen saßen bis zu 75 Kinder.
Von April bis September 1945 gab es in Quedlinburg keinen Unterricht. Viele Gebäude wurden als Lazarett oder als Kaserne genutzt.
Im Oktober 1945 begann der Unterricht wieder. Es fehlte aber an Heizmaterial, Lehrkräften und geeigneten Räumen. Viele Familien waren auf der Flucht und suchten in Quedlinburg eine neue Heimat. Deshalb gab es besonders viele Schülerinnen und Schüler.
Die Schule nach dem Krieg
Nach dem Krieg wurden mehrere Schulen gemeinsam geführt. Zeitweise lernten sehr viele Kinder in den Gebäuden. Weil es zu wenige Räume gab, fand der Unterricht am Vormittag und am Nachmittag statt.
1949 wurde die große Schule geteilt. Die Marktschule wurde selbstständig.
1950 erhielt die Schule den Namen „Ursula-Goetze-Schule“.
1955 wurden die Marktschule und die Ursula-Goetze-Schule wieder zusammengelegt. Die jüngeren Kinder lernten in der Marktschule. Die älteren Schülerinnen und Schüler gingen in die Weberstraße.
1958/59 kam die 9. Klasse dazu. Im folgenden Schuljahr gab es auch eine 10. Klasse. Damit war die Schule eine vollständige Polytechnische Oberschule. Die Kinder lernten dort neben Fächern wie Deutsch und Mathematik auch viel über praktische Arbeit und verschiedene Berufe.
Die Schule wird zur Grundschule
Nach der politischen Wende in Deutschland änderte sich das Schulsystem.
1991/92 wurde aus der Schule eine Grundschule für die Klassen 1 bis 4. Frau Ursula Palme übernahm die Schulleitung.
1992 bekam die Schule den Namen „Neustädter Grundschule“.
Frau Palme richtete besondere Lese-Rechtschreibklassen ein. In diesen Klassen werden Kinder unterstützt, denen das Lesen und Schreiben besonders schwerfällt.
In den folgenden Jahren wurde das alte Schulgebäude gründlich erneuert.
Von 1994 bis 1997 wurden unter anderem die Toiletten, die Stromleitungen, die Flure und die Klassenräume saniert. „Sanieren“ bedeutet: Ein Gebäude wird repariert und modernisiert.
1996 feierte die Schule ihr 120-jähriges Bestehen.
2001 übernahm die Stadt den Hort. Außerdem bekam die Schule einen neuen Spielplatz und einen Computerraum.
2002/03 übernahm Frau Ilona Brodmann die Schulleitung. Die Mediothek wurde neu eingerichtet. Eine Mediothek ist eine Schulbibliothek mit Büchern und anderen Medien. Außerdem arbeitete die Schule nun enger mit der Kreisbibliothek und einer Förderschule zusammen.
So veränderte sich unsere Schule im Laufe der Zeit immer wieder. Aus einer kleinen Mädchenschule wurde eine moderne Grundschule. Viele Kinder haben hier gelernt, gespielt und gemeinsam ihre Schulzeit erlebt.
Auch nach dem Jahr 2002 entwickelte sich die Neustädter Grundschule weiter. Es gab neue Projekte, moderne Technik, renovierte Räume und viele besondere Erlebnisse.
Feste und neue Partnerschaften
2006 feierte die Neustädter Grundschule ihr 130-jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
2011/12 begann das Projekt „Übergänge gestalten“. Dabei arbeitete die Schule, die Stadt Quedlinburg und das Kinder- und Jugendzentrum „Haltestelle“ zusammen. Ziel war es, Kindern den Wechsel in eine weiterführende Schule zu erleichtern.
2012/13 machte sich die Schule auf den Weg zur „Tut-mir-gut-Schule“. Dabei lernten die Kinder, wie wichtig gesunde Ernährung, Bewegung und Erholung sind. Auch Bücher und das Lesen spielten eine große Rolle.
2013/14 bekam die Schule einen Trinkwasserbrunnen. Außerdem entstand ein „Grünes Klassenzimmer“. Dort können die Kinder draußen lernen und die Natur beobachten.
Neue Schulleitungen und moderne Schule
2014/15 verabschiedete sich die langjährige Schulleiterin Frau Ilona Brodmann.
2015/16 übernahm Frau Mareike Pilz die Leitung der Schule. Die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Einrichtungen wurde weiter ausgebaut. Auch bei Wettbewerben waren Schülerinnen und Schüler erfolgreich.
2016 feierte die Schule ihr 140-jähriges Bestehen. Im selben Jahr besuchte der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, die Schule zum bundesweiten Vorlesetag.
2017/18 wurde ein neuer Spielplatz eingeweiht.
2018/19 übernahm Frau Corinna Janke die Schulleitung. Die Schule begann, verstärkt mit digitalen Medien zu arbeiten. Dazu gehörten zum Beispiel interaktive Tafeln. Außerdem wurde das Erdgeschoss renoviert.
Gesundheit, Natur und digitale Medien
2019/20 wurde der Schulgarten umgestaltet. Es entstanden Hochbeete, in denen die Kinder Pflanzen anbauen und pflegen können. Die Schule bekam außerdem weitere Lernlaptops.
Im März 2020 veränderte die Corona-Pandemie den Schulalltag. Der Unterricht fand zeitweise zu Hause statt. Später lernten die Kinder wieder in festen Gruppen in der Schule. Auch im Schuljahr 2020/21 bestimmten Masken, Tests und Unterricht zu Hause den Alltag.
In dieser Zeit wurde die Schule weiter renoviert. Flure, Treppen und Klassenräume wurden erneuert. Aus dem früheren Lehrerzimmer entstand ein neuer Klassenraum.
Neue Tafeln und ein fertiges Grünes Klassenzimmer
Im Schuljahr 2021/22 konnten die Kinder wieder gemeinsam in der Schule lernen. Wegen Corona gab es zunächst noch Masken und regelmäßige Tests.
In diesem Schuljahr wurden alle Klassenräume mit neuen digitalen Tafeln ausgestattet. Außerdem wurde das „Grüne Klassenzimmer“ fertiggestellt. Dort können die Kinder im Freien lernen, forschen und die Natur erleben.
Die Schule nahm an vielen Gesundheits-, Sport- und Leseaktionen teil. Dazu gehörten Gesundheitstage, Laufveranstaltungen und der Leselöwen-Wettbewerb.
Viele besondere Projekte
Im Schuljahr 2022/23 ernteten die Kinder zum ersten Mal Gemüse aus dem Grünen Klassenzimmer. Es gab eine Projektwoche zur Gesundheit, Sportveranstaltungen, Lesewettbewerbe und Verkehrserziehung mit der Polizei.
Auch Fasching, Weihnachten, ein Wandertag und ein Schulfest gehörten zum Schulleben. Ein besonderes Erlebnis war die Eröffnung eines Ponyhofs. Dort konnten die Kinder reiten und basteln.
Im Schuljahr 2023/24 gab es wieder viele gemeinsame Aktionen. Die Kinder nahmen an Sport- und Laufveranstaltungen teil und arbeiteten in Projekten zu Bewegung, Gesundheit und einem respektvollen Miteinander.
2024 erhielt die Schule weitere digitale Tafeln. Nun waren alle Klassenräume mit dieser Technik ausgestattet. Außerdem besuchten die Kinder zum Welttag des Buches eine Buchhandlung. Bei verschiedenen Sportwettbewerben war die Schule sehr erfolgreich.
Die Schule heute
Im Schuljahr 2024/25 wurde die Schulbibliothek eröffnet. Dort können die Kinder lesen, Bücher ausleihen und Neues entdecken. Die Schule nahm außerdem an einem Malwettbewerb zum Weltkulturerbe teil und gewann den ersten Platz.
Ein Apfelbaum wurde auf dem Schulgelände gepflanzt. Der Schulgarten wurde weiter ausgebaut. Bei einer Zirkus-Projektwoche konnten die Kinder ihre Talente zeigen. Das Schuljahr endete mit einem Sommerfest.
Im Schuljahr 2025/26 startete die Schule mit einer Willkommens-Projektwoche in das neue Schuljahr. Die Kinder beschäftigten sich mit Themen wie einer gesunden Erde, gesunder Ernährung und Bewegung.
Es gab wieder viele gemeinsame Erlebnisse: Sportfeste, Wettbewerbe, Theaterbesuche, Musikprojekte und Fasching. Die Bibliothek wurde neu gestaltet und im April 2026 feierlich eröffnet.
Im Mai 2026 bekam die Schule eine Freundschaftsbank. Sie soll zeigen: Niemand muss allein sein. Kinder können sich dort treffen, miteinander reden und neue Freundschaften schließen.
Im Sommer 2026 gab es ein Kinderfest, einen Besuch im Freibad und Ausflüge in den Ökogarten. Auch ein Eiswagen kam auf den Schulhof.
Die Neustädter Grundschule ist heute eine moderne und lebendige Schule. Die Kinder lernen dort nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie bewegen sich, forschen, musizieren, lesen, arbeiten mit digitalen Medien und lernen, aufeinander und auf die Umwelt zu achten.

